Der deutsch-französische Tag

Inzwischen ist es am Josef-Hofmiller-Gymnasium guter Brauch geworden, am 22. Januar den deutsch-französischen Tag zu begehen.
Kurz zum Hintergrund: Am 22. Januar 1963 unterzeichneten Deutschland und Frankreich den Élysée-Vertrag, in dem die beiden Länder eine weitreichende Zusammenarbeit zur Förderung eines guten nachbarschaftlichen Verhältnisses, ja einer Freundschaft vereinbarten. Dies war zur damaligen Zeit keine Selbstverständlichkeit, verlangte es doch die Überwindung alter Feindbilder und zahlreicher Vorurteile auf beiden Seiten.
Inzwischen hat sich Europa sehr verändert, die zunächst zaghafte Integration innerhalb einer Europäischen Union ist wohl unumkehrbar geworden und wird von kaum jemandem ernsthaft in Frage gestellt. Kern dieses Europa sind nach wie vor Frankreich und Deutschland, "mit denen zwar nicht alles funktioniert, gegen deren gemeinsamen Willen aber in Europa nichts durchgesetzt werden kann", wie vor einiger Zeit ein französischer Politiker äußerte.
Der deutsch-französische Tag in seiner heutigen Form wurden durch den Deutsch-französischen Vertrag von 2004 ins Leben gerufen.

Der deutsch-französische Tag 2017

Jour 1
"C'est le jour un, celui qu'on retient" schallte es durch die Aula, begleitet von den Bildern des Videos, das die Freundschafts- und Liebesgeschichte des Erfolgs-Chansons von Louane erzählt, und den Stimmen der Schülerinnen und Schülern, die den Refrain aufnahmen und bis zum Ende durchhielten. So wurde daran erinnert, dass Frankreich - unser wichtigster Partner in Europa - auch das Land der Musik ist, des klassischen Chansons ebenso wie der modernen Popmusik (neben vielen anderen Stilrichtungen), und das in einer Zeit, in der das Verhältnis vieler europäischer Länder untereinander voller Misstöne ist. Anlass dieser Erinnerung an die Kultur unserer französischen Nachbarn war der alljährlich begangene Tag der Deutsch-französischen Freundschaft, der u.a. in den Französischklassen mit der Behandlung des genannten Chansons vorbereitet wurde. Den Einstieg in diese Pausenveranstaltung in der für den besonderen Tag eigens entsprechend geschmückten Aula gestalteten die Cheerleader des JOHO mit einer Choreographie zu einem anderen Erfolgs-Chanson der letzten Zeit, nämlich "Avenir", auch bei uns aus Radio und Fernsehen bekannt. Allen, die sich an der Organisation und Durchführung dieses kleinen "Happenings" (oder "spectacle", wie man auf Französisch sagen könnte) beteiligt haben, möchten wir ganz herzlich danken.

Französischer Filmnachmittag
Am Nachmittag desselben Tages trafen sich interessierte Schüler auf Einladung der Französisch-Fachschaft zu einer Kinovorstellung in französischer Sprache, selbstverständlich mit Getränkeangebot und Popcorn-Verkauf. Der gezeigte Erfolgsfilm "Intouchables" (deutsch "Ziemlich beste Freunde") sorgte dann einerseits mit seiner Thematik für Betroffenheit - der weitgehend gelähmte Philippe benötigt fast rund um die Uhr Hilfe bei fast allen Verrichtungen des täglichen Lebens und trägt ein schweres Schicksal - andererseits mit seinem flapsigen Ton für sehr viel Heiterkeit, weil der aus einfachen Verhältnissen stammende und in seinem Leben (ebenfalls) mit unzähligen Sorgen ringende Driss nach anfänglichen Schwierigkeiten das Leiden seines Arbeitgebers so ganz anders - unsensibler vielleicht, aber eben auch viel unbekümmerter und 'normaler' - angeht als viele andere in der Umgebung des Behinderten. Die Reaktion der Schüler bestätigte jedenfalls das hier gewählte Rezept und lädt hoffentlich dazu ein, sich öfter einmal auch Filme aus unserem Nachbarland zu gönnen, das eine lange, vielfältige und lebendige Kinotradition hat und das Kino als "septième art" (d.h. "siebte Kunst") verehrt.

G. Troll


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