Smart World

Kurs Q11 Kunst 3 | Schuljahr 2014/15

Die Hand - unser wichtigstes Werkzeug von der neolithischen bis zur digitalen Revolution


Schon in steinzeitlichen Bilderhöhlen finden sich Abdrücke menschlicher Hände, sogenannte Handpositive und Handnegative. Dabei verwendete man farbige Erden als natürlichen Pigmentpuder, der entweder direkt auf den Händen verteilt und an die Höhlenwand abgedrückt oder mittels einer Art "steinzeitlicher Airbrush-Technik" mit dem Mund durch ausgehöhlte Tierknochen gepustet wurde, um ein Handnegativ zu erzeugen. Wie eine individuelle Signatur vermitteln uns solche steinzeitlichen Handzeichen noch heute ein Stimmungsbild längst vergangener Epochen.
Ohne die Hand - unser wichtigstes Werkzeug - wäre die menschliche Evolution und Kulturgeschichte nicht möglich gewesen. Auch in der Kunst begegnen uns immer wieder Hände im Lauf der Jahrhunderte - z.B. in Michelangelo's berühmtem Fresko "Die Erschaffung Adams" (um 1510), in Auguste Rodins Skulptur "Die Kathedrale" (1908) oder als überlebensgroßer Bronzedaumen von Cesar Baldaccini (1964).
Genau wie vor Tausenden von Jahren, als sich die Form eines Faustkeils an der Anatomie der menschlichen Hand orientierte und nur deshalb zum alltagstauglichen Werkzeug werden konnte, bleibt die menschliche Hand auch im Medienzeitalter des 21. Jahrhunderts unverzichtbar, um digitale Werkzeuge zu bedienen. Das Handy ist deshalb zum beliebtesten "Werkzeug" des Homo sapiens avanciert - ein handlicher und "smarter" Begleiter für (fast) alle Situationen unseres heutigen Alltags.
Im Rahmen eines praktischen Unterrichtsprojekts zeichneten die Schülerinnen und Schüler des Kunst-Kurses Q11/3 ihre Hand, das ein Handy hält und entwickelten dazu bildnerische Kommentare zum ambivalenten Thema Mediennutzung, indem sie pro oder contra Argumente im Sinne einer visuellen Cloud festhielten.
So hat wohl jedes Werkzeug seine Vor- und Nachteile - wahrscheinlich entscheidet letztendlich die Art und Weise oder auch das Maß der Nutzung darüber, wie "smart" sich unsere Welt damit auf Dauer gestalten läßt.

D. Kufner