Rhinocerus

Happy Birthday Rhinocerus | 1515-2015
Das berühmteste Nashorn der Kunstgeschichte wird 500 Jahre alt

Im Jahr 1515 stach ein Schiff vom indischen Hafen Goa in See, beladen mit Gewürzen und einem besonderen Geschenk für den König von Portugal. Seit der Antike hatte niemand mehr ein solches Geschenk bekommen. Nach 120 Tagen Seefahrt legte das Schiff mit seiner wertvollen Fracht in Lissabon an und ein lebendiges, indisches Panzernashorn wanderte in die Privat-Menagerie König Manuels I., wo es von vielen neugierigen Besuchern bewundert wurde.

Gegen Ende des Jahres 1515 sollte das Nashorn an den Medici-Papst Leo X. weiter gereicht werden, um sich dessen Wohlwollen zu sichern. Es erhielt "einen grünen Samtkragen mit Rosen und vergoldeten Ösen" sowie "eine Kette von vergoldetem Eisen". Doch Papst Leo wartete zunächst vergeblich auf das Geschenk, denn auch König Franz I. von Frankreich wollte noch einen Blick auf das exotische Tier werfen. So legte das Schiff mit dem Nashorn auf einer Insel in der Bucht von Marseille an. Es war das letzte Mal, daß das Nashorn Land betrat. Auf der Weiterfahrt zerschellte das Schiff in einem Sturm an der ligurischen Küste und das auf dem Deck angekettete Nashorn ertrank jämmerlich. Sein Kadaver wurde Tage später an die Küste gespült und die Haut wanderte zurück nach Portugal. Dort wurde das Tier ausgestopft und Anfang des Jahres 1516 endlich zum Papst nach Rom geschickt.

Der Künstler Albrecht Dürer aus Nürnberg erfuhr durch den Brief eines Freundes von dieser Geschichte. Obwohl er das Nashorn selbst niemals zu Gesicht bekam, zeichnete er es detailgenau mit Feder und Tusche und ließ daraufhin einen Holzschnitt anfertigen, den heute (fast) jedes Kind kennt.
Dürers phantasiegeladene Druckgrafik zeigt das Tier mit Schuppenpanzer, Hornplatten und dicken Schalen bespickt, ähnlich einem mittelalterlichen Ritter im Kettenhemd. Aufgrund dieser Darstellungsweise bezeichnen wir das Tier heute als "Panzernashorn" und nicht als einhorniges Nashorn analog zur lateinischen Artbezeichnung (Rhinoceros unicornis).

Zum 500. Geburtstag des Dürer-Nashorns zeichneten die sechsten Klassen des Josef-Hofmiller-Gymnasiums Jubiläumsbilder mit Geschenken für das berühmteste Nashorn der Kunstgeschichte.


Ku, 17.05.2015

Die Mädchentoilette wird zum Aquarium

Klasse 6A | Schuljahr 2014/15

Im Kunstunterricht bei Herrn Kufner gestaltete die Klasse 6A bunte Fische, die detailgetreu mit Acrylfarben auf Depafit-Platten bemalt und anschließend ausgeschnitten wurden. Danach erhielten die Wände des Toilettenvorraums einen frischen Anstrich in zwei Blautönen. Neben der Silhouette eines großen Wals wurden die Fische anschließend an den Wänden befestigt. Viele der Fische tragen Muster, in denen sich die Vornamen der Schülerinnen und Schüler verstecken. Sie schwimmen seit kurzem zusammen mit dem Blauwal in einem bunten Schwarm durch das neu entstandene Aquarium am JOHO.

 

Ku / 09.02.2015

 

"Angeln: stundenlang geduldig an einem Fleck lauern, bis man nichts gefangen hat." (Autor unbekannt)

"Angeln ist die einzige Art von Philosophie, von der man satt werden kann." (Peter Bamm)

"Das interessanteste Geschöpf der Zoologie ist der Fisch.Er wächst noch, während er längst verspeist ist - wenigstens in den Augen des Anglers." (Ernest Hemingway)

 

 

Plastikmüll

 

Klasse 6c und 6d | Schuljahr 2014/15

 

Plastikmüll-Sammelboot

Schwimmende Erfindungen für saubere Weltmeere

 

Tagtäglich konsumieren wir Plastik auf vielfältige Weise - allerdings verwenden wir diesen Rohstoff meistens nur kurz, bevor wir gebrauchte Plastiktüten, Verpackungsgegenstände und andere Erzeugnisse wieder wegwerfen oder im besten Fall einer Wiederverwertung zuführen.

 

Doch längst nicht jeder Plastikgegenstand wird recycled. Geschätzte  6 Millionen Tonnen Plastikmüll landen Jahr für Jahr im Meer (zum Vergleich: ein Blauwal - das größte Meeressäugetier - kann 30 m lang und knapp 200 Tonnen schwer werden. Er wiegt so viel wie 25 Elefanten. Alle 10.000 Blauwale, die heute noch existieren, sind gerade mal ein Drittel so schwer wie die 6 Mio. Tonnen Plastikmüll, mit denen wir jährlich die Ozeanen belasten).

 

Diese Müllflut hat mittlerweile dazu geführt, dass v.a. im Pazifik riesige Plastikmüllteppiche entstanden sind, die eine Fläche so groß wie Texas umfassen. Das Plastik in diesen sog. Müllstrudeln wird durch Sonnenlicht und Wellen nur sehr langsam zersetzt (bei einer Plastikflasche dauert es ca. 300 Jahre). Sobald aber die Plastikreste  in kleinere Stückchen zerfallen sind, werden sie von Fischen mit Plankton verwechselt, wieder aufgenommen und wandern so in die Nahrungskette. Das Problem geht uns also alle an - und es ist höchste Zeit, sich Gedanken zu machen, wie man den Plastikmüllberg wieder aus den Ozeanen fischt.

 

Mit viel Erfindungsreichtum und zeichnerischem Geschick haben die Klassen 6c und 6d deshalb Entwürfe für neuartige Plastikmüll-Sammelboote entwickelt.

Ku, 22.02.2015

 

Bunte Antike

Klasse 6b/d | Schuljahr 2014/15

Fragmente vervollständigen und dabei die Vergangenheit in Farbe sehen

Auf Bruchstücken antiker Skulpturen entdeckten Wissenschaftler erst vor relativ kurzer Zeit die Reste von Farbpigmenten und aufwendigen Mustern, mit denen die Kunstwerke der alten Griechen ursprünglich bemalt waren.

Welch eine Überraschung, denn lange Zeit prägte das edle Weiß einer beruhigten Marmor-Oberfläche unsere Vorstellung vom Erscheinungsbild antiker Skulptur. Die Künstler der Renaissance und des Klassizismus belebten die Ideale der Antike zwar zu neuem Leben, doch vergaßen sie dabei die Farbe als bedeutendes Merkmal.

Im Kunstunterricht machen wir uns heute ein umfassenderes Bild von der Antike - genauer gesagt, viele individuelle Bilder von den bunten Göttern und unseren Ahnen. So helfen uns die Erkenntnisse der Wissenschaft wie auch die eigene Phantasie, um ein Stück unserer kulturellen Vergangenheit neu und in Farbe zu sehen.

D. Kufner