Berlinfahrt der Q12

Berlinfahrt der Q12

„Wir haben gesagt, wir freuen uns erst, wenn wir wirklich in Berlin sind, weil wir Angst hatten, dass die Fahrt wieder abgesagt wird.“ Ganz unberechtigt war die Vorsicht der hier zitierten Schülerinnen nicht, denn der aktuelle Abschlussjahrgang hat viel Erfahrung gemacht mit der Absage von Fahrten und Veranstaltungen. Nun hat es aber zum Glück doch geklappt, und die 85 Schüler*innen konnten fünf Tage lang die Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt erkunden.

Die Corona-Regelungen waren dabei ständiger Begleiter: An vielen Orten herrschte Maskenpflicht, manche Stätten waren nicht oder nur von außen zu besichtigen, und selbst bei den geöffneten Bereichen mussten stets Kleingruppen gebildet werden, damit Abstände gewahrt werden konnten. Da diese Kleingruppen allerdings überall unterschiedlich groß sein mussten, wurden täglich neue Listen geschrieben und per Chat verschickt – ganz verhindern konnten sie manche Verwirrung aber nicht. („Ist Gruppe 1 jetzt die aus der Bahn oder die von gestern oder die von heute Vormittag?“)

Letzten Endes kamen aber (meist) die Richtigen an, und dann brachten geführte Spaziergänge die Gruppen zu den bekannten Bauwerken und Plätzen. Dabei konnte neben Brandenburger Tor oder Reichstagsgebäude in diesem Jahr auch erstmals das neu eröffnete Stadtschloss mit dem Humboldt-Forum besichtigt werden. An der Gedenkstätte an der Bernauer Straße wurde am rekonstruierten Todesstreifen der Berliner Mauer sichtbar, wie grausam und unüberwindlich diese Grenze war. Die Führungen schilderten zudem die Schicksale einzelner Mauertoter sowie auch Geschichten erfolgreicher Fluchten. Ebenfalls um Einzelschicksale, aber auch um die perfiden Methoden der Staatssicherheit ging es im ehemaligen Stasi-Untersuchungsgefängnis Hohenschönhausen. Durch völlige Isolation und psychische Folter gelang es den dort tätigen Beamten, Informationen und Geständnisse aus den Häftlingen zu pressen und ihren Willen zum Widerstand zu brechen. Doch obwohl viele historisch-politische Ziele in Berlin Pflichttermine sind, gab es auch andere Highlights: Die Besucher des Technischen Museums und des Naturkundlichen Museums waren ebenso begeistert wie die des Zoos, des Futuriums oder der Neuen Nationalgalerie. Und Kultur im Vorbeifahren gab es bei der Rundfahrt auf der Spree.

Dass das Wetter oft eher kühl und windig war, führte dazu, dass außer klassischen Souvenirs auch mal eine Jacke oder ein warmer Schal gekauft wurden. Dies tat der guten Laune aber keinen Abbruch, und statt der Vorfreude können die Schüler*innen jetzt das Schwelgen in Erinnerungen genießen.

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