Antarktis_01

Die 10c im digitalen Klassenzimmer mit Luisa Neubauer Live aus der Antarktis

von Carolin Mörz

Eis, Wind und eine Verbindung in ein Klassenzimmer tausende Kilometer entfernt: Für die 10c wurde der Unterricht zu einer Reise an einen der entlegensten Orte der Erde. Im Rahmen eines digitalen Klassenzimmers schaltete sich die Klimaaktivistin Luisa Neubauer live aus der Antarktis zu und nahm uns mit in eine Welt aus Eis, Meer und erstaunlicher Vielfalt.
Während des antarktischen Sommers zeigt sich der Kontinent von einer überraschenden Seite. Tagsüber steigen die Temperaturen an der Küste teilweise auf rund 0 Grad, doch sobald die Sonne tiefer steht, wird es schnell wieder bitterkalt. Diese scheinbar kleinen Temperaturschwankungen entscheiden darüber, ob Eis schmilzt – mit weitreichenden Folgen für den gesamten Planeten.
Unter der Eisoberfläche verbirgt sich eine faszinierende Welt: Unterwasserwälder aus Algen bilden die Grundlage für das Leben im Südpolarmeer. Besonders wichtig ist dabei der Krill – winzige Krebse, die in riesigen Schwärmen vorkommen und Nahrung für Pinguine, Robben und Wale sind. Doch zunehmende Krillfänge und steigende Wassertemperaturen setzen dieses empfindliche Gleichgewicht unter Druck.
Luisa Neubauer machte deutlich, dass die Antarktis ein besonderer Ort ist. Sie gehört keinem einzelnen Land, sondern steht durch den Antarktis-Vertrag unter internationalem Schutz. Dennoch ist sie längst nicht mehr unberührt. Neubauer bezeichnete sie als den „letzten Ort, den wir noch nicht vollständig zerstört haben“ – ein Satz, der nachhallte.
Besonders überraschend war das Thema Reifenabrieb: Winzige Partikel, die beim Autofahren in Ländern wie Deutschland entstehen, werden durch Luftmassen über Kontinente hinweg transportiert. Selbst in der Antarktis lassen sie sich inzwischen nachweisen – ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie global unser Alltag wirkt.
Auch die Tierwelt bleibt von diesen Veränderungen nicht verschont.
Einen ungewöhnlichen Einblick bot der Blick auf die Buckelwale: In ihrem Ohrenschmalz speichern sich über Jahre hinweg Informationen über Umweltgifte und Stress. Forschende lesen diese Schichten wie ein Tagebuch – und erkennen daran, wie stark selbst die größten Meeresbewohner betroffen sind.
Luisa Neubauer ermutigte uns am Ende: Jeder von uns kann etwas tun – sei es Energie sparen, Klimaschutzprojekte unterstützen oder sich in der eigenen Schule engagieren. Denn gerade wir Jugendlichen sind die Generation, die in Zukunft mit den Folgen des Klimawandels leben muss.
Dieses digitale Klassenzimmer war für uns nicht nur ein spannender Ausflug in die Welt jenseits der Polkappen, sondern auch ein Aufruf zum Mitdenken und Mitgestalten unserer Zukunft!
Wir sagen Danke für die besondere Idee zu Jahresbeginn, und wer weiß – vielleicht sehen wir Luisa Neubauer und ihr Team auch mal am Nordpol?