Brauereiführung 10b_oben

Brauereiführung am 2. Wandertag

von Katharina Sturm

Am 30.07.2026 besuchte die Klasse 10b des naturwissenschaftlichen Zweiges im Rahmen des Wandertags die Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan, die als älteste Brauerei der Welt gilt. Während der Führung erhielten die Schülerinnen und Schüler einen umfassenden Einblick in die Kunst des Bierbrauens, die Geschichte des Standorts und die moderne Technik, die heute eingesetzt wird.
Zu Beginn führte der Rundgang ins Sudhaus, wo die Würze hergestellt wird – die Grundlage jedes Bieres. Dort wurde erklärt, dass 98 % des Bieres aus Wasser bestehen. Besonders interessant war der Hinweis, dass kalkhaltiges Wasser bei hellen Bieren problematisch sein kann. Um eine gleichbleibend hohe Qualität zu gewährleisten, wird daher ein Osmoseprozess eingesetzt, der das Wasser entsprechend aufbereitet.
Es war ein sehr, sehr heißer Tag, sodass alle froh waren, als es aus dem aufgeheizten Sudhaus hinunter in die kühlen Katakomben ging. Dort findet zum einen der Prozess der Gärung statt. Jede Hefesorte besitzt eigene Eigenschaften, die sich auf Aroma und Alkoholgehalt auswirken. Die Brauerei arbeitet eng mit der TU Weihenstephan zusammen, um Hefestämme zu erforschen und weiterzuentwickeln. Dadurch bleibt die Brauerei wissenschaftlich auf dem neuesten Stand.
Als Nächstes ging es zur Lagerung. Die Zehntklässlerinnen und Zehntklässler erfuhren, dass während der Lagerung Stoffe abgebaut werden, die bei vielen Menschen Kopfschmerzen verursachen können. Eine lange Lagerzeit trägt somit zur Qualität und Bekömmlichkeit des Bieres bei.
Ein spannender Aspekt war der wachsende Markt für alkoholfreies Bier. Die Studentin, die durch die Produktionsstätten führte, erklärte, dass der Alkohol dem Bier dafür nachträglich entzogen wird. Dieser wird nicht entsorgt, sondern weiterverkauft.
Beim Filterprozess setzt die Brauerei Weihenstephan auf natürliche Materialien wie Kieselgur, eine Substanz aus fossilen Kieselalgen. Diese sorgt dafür, dass das Bier klar wird und länger haltbar bleibt, ohne künstliche Zusatzstoffe zu benötigen.
Als Letztes besichtigte die Gruppe die neueste Produktionshalle, die mit moderner Technik ausgestattet ist. Besonders beeindruckend war die Anlage zur CO₂-Rückgewinnung, die einen wichtigen Beitrag zum ökologischen Fortschritt der Brauerei leistet. Dabei wird CO₂, das beim Brauprozess entsteht, aufgefangen und wiederverwendet – ein Beispiel für nachhaltige Produktion.
Die Schülerinnen und Schüler durften abschließend alkoholfreies Bier verkosten, mit dem neu gewonnenen Wissen, wie viel Wissenschaft und Präzision hinter einem Produkt steckt, das in Bayern eine lange Tradition hat.