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Geschichte, Hauptstadtluft und ein echter Luftsprung Berlin erleben

von Katrin Wolfer

Fünf Tage Berlin: Für die Schülerinnen und Schüler der 10. Jahrgangsstufe bedeutete das Hauptstadtluft, volle U-Bahnen, viele gemeinsame Kilometer durch die Stadt und Begegnungen mit Orten, an denen Vergangenheit und Gegenwart aufeinandertreffen. Die seit vielen Jahren fest im Schulprogramm verankerte politische Bildungsfahrt zeigte auch diesmal wieder, dass Geschichte und Politik außerhalb des Klassenzimmers besonders lebendig werden kann.
Schon die Anreise am Montag entwickelte sich zu einer ersten kleinen Herausforderung: Nach einigen Irrungen und Wirrungen kamen die Klassen schließlich mit drei verschiedenen Zügen in Berlin an. Nach einer kurzen Pause im Hostel hieß es dann aber direkt auf zum ersten gemeinsamen Spaziergang, der vom Brandenburger Tor vorbei am Reichstag und am Bundeskanzleramt mitten hinein in das besondere Flair der Hauptstadt führte.
Natürlich durfte in dieser Woche auch ein Besuch im Bundestag nicht fehlen. Nach der Sicherheitskontrolle erhielten die Schülerinnen und Schüler spannende Einblicke in die Arbeit des Parlaments. Ein Teil der Gruppe hatte zudem die Möglichkeit, im Gespräch mit einem Mitarbeiter des MdB Eckert Fragen rund um Politik und den Alltag eines Bundestagsabgeordneten zu stellen. Ein Höhepunkt war anschließend der Blick von der Dachterrasse über Berlin – auch wenn die berühmte Glaskuppel wegen Reinigungsarbeiten diesmal leider geschlossen blieb. So mancher nutzte den sonnigen Ort für eine kurze Erholung.
Bei weiteren Erkundungen zeigte Berlin im Laufe der Woche seine vielen unterschiedlichen Seiten. Die Wege führten uns unter anderem zum Bebelplatz, zur Museumsinsel, zum Schloss Bellevue, zur Siegessäule, zum Alexanderplatz oder zum Bundesrat. Dabei ging es nicht nur um bekannte Sehenswürdigkeiten, sondern auch darum, die besondere Atmosphäre dieser Stadt kennenzulernen. Dabei zeigten die Schülerinnen und Schüler ausdauernd, wie gut sie zu Fuß sind.
Besonders eindrücklich waren für die Schülerinnen und Schüler die Begegnungen mit den dunklen Kapiteln der deutschen Geschichte. In der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen erhielten die Jugendlichen einen bewegenden Einblick in das ehemalige Untersuchungsgefängnis der Staatssicherheit der DDR. Enge Zellen und der Rundgang durch die Gedenkstätte zeigten, was es bedeutet, wenn Freiheit und grundlegende Rechte verloren gehen.
Auch das Holocaust-Mahnmal mit dem Ort der Information hinterließ bleibende Eindrücke. Anhand einzelner Lebensgeschichten wurde deutlich, dass hinter den unvorstellbaren Zahlen der nationalsozialistischen Verbrechen immer einzelne Menschen und Schicksale stehen.
An der Gedenkstätte Berliner Mauer und im Tränenpalast begegneten die Schülerinnen und Schüler den Folgen der deutschen Teilung. Ehemalige Grenzanlagen, Fluchtgeschichten und originale, persönliche Exponate machten deutlich, dass viele Freiheiten, die uns heute selbstverständlich erscheinen, lange Zeit nicht für alle Menschen möglich waren.
Natürlich blieb daneben auch Zeit, Berlin zu entdecken: ausgiebige Mittagspausen, freie Zeit am Nachmittag und sogar ein Fußballabend mit der deutschen Nationalmannschaft gehörten ebenso zur Woche wie das vielfältige Museumsprogramm am Freitag – mit Führungen unter anderem mit dem Jüdischen Museum, dem Humboldt Forum, Berlin GLOBAL und der Alten Nationalgalerie.
Vielleicht passte deshalb ein spontaner Moment besonders gut zu dieser Fahrt: ein Rückwärtssalto vor dem Berliner Dom – ein echter Luftsprung mitten in Berlin. Neben vielen historischen Orten und nachdenklichen Augenblicken bleiben so auch zahlreiche gemeinsame Erlebnisse, die diese Woche für uns alle besonders gemacht haben.