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"Wir tragen Verantwortung"

von Manuel Grüll

Wie kam man darauf, ein so menschenverachtendes Konzentrationslager zu errichten? Gelang manchen Häftlingen die Flucht? Was wusste die deutsche Bevölkerung eigentlich vom willkürlichen Terror an diesem Ort? Diese und noch zahlreiche weitere Fragen stellten sich die Schülerinnen und Schüler der neunten Jahrgangsstufe, als sie am 05. und am 13. Februar die KZ-Gedenkstätte Dachau besuchten.
Nach der Ankunft hatte die Gruppe ein wenig Zeit, das Gelände selbstständig zu erkunden. Glücklicherweise hatte Frau Damskis eine äußerst hilfreiche Broschüre erstellt, mithilfe derer sich die Schülerinnen und Schüler in der Ausstellung im ehemaligen Wirtschaftsgebäude orientieren konnten. Bereits vor der riesigen Karte im Eingangsbereich, auf der alle Konzentrations- und Vernichtungslager aus der Zeit des Nationalsozialismus eingetragen waren, verweilten einige Lernende fassungslos aufgrund der hohen Anzahl solcher Orte. Im weiteren Verlauf der Ausstellung betrachteten sie einzelne, von den Nationalsozialisten beschlagnahmte Gegenstände der Inhaftierten und lasen die Berichte über die grausamen Erlebnisse mehrerer Häftlinge.
Anschließend versammelten sich alle an den vereinbarten Treffpunkten, von denen aus die Klassen über das Gelände geführt wurden. Neben den Baracken und den Einzelzellen in der Nähe des ehemaligen Wirtschaftsgebäudes betraten die Jugendlichen auch die als „Brausebad“ gekennzeichnete Gaskammer und besichtigten die Verbrennungsöfen. Bevor sie sich auf den Weg zurück zum Ausgang machten, suchten sie noch die evangelische Kirche auf dem Gelände auf, um all der Menschen zu gedenken, die an diesem Ort grausam misshandelt worden waren und ihr Leben verloren hatten.
In den folgenden Geschichtsstunden hatten die Schülerinnen und Schüler ausreichend Zeit für Fragen und Reflexion. Es wurde beispielsweise darüber diskutiert, wie sich Besucher einer KZ-Gedenkstätte verhalten sollten und warum ein solcher Besuch für Schulen in Bayern verpflichtend ist. Die Antwort auf die letzte Frage formulierte die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer sehr treffend: Die heutige Generation ist nicht schuld am Holocaust, aber wir stehen alle in der Verantwortung, dass er nie wieder geschieht.